Wasserkefir-Rezepte: das Kracherl mit Marille, Ribisel und Holler
Das Wichtigste in Kürze
Der fertige Wasserkefir aus dem ersten Ansatz ist die Basis. In einer Bügelflasche mit etwas Frucht, Saft oder Kräutern fermentiert er 12 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur weiter, ohne Kristalle, und bekommt dabei Kohlensäure und Geschmack. Dann kalt stellen, täglich kurz entlüften, innerhalb einer Woche trinken. Alle Mengen hier gelten für einen Liter.
- Basis
- 1 Liter fertiger Kefir
- Flasche
- Bügelflasche, 1 Liter
- Dauer
- 12 bis 48 h
- Danach
- Kühlschrank, täglich entlüften
Pur ist Wasserkefir ein leichtes, säuerliches Getränk mit feinen Perlen. Was ihn zum Kracherl macht, ist die zweite Fermentation: ein wenig Frucht in der verschlossenen Flasche, und die Hefen machen aus dem Fruchtzucker Kohlensäure. Das österreichische Jahr liefert dafür mehr, als eine Seite fassen kann. Hier die acht Rezepte, die bei uns am häufigsten nachgefragt werden.
Die Grundregel für die Bügelflasche
- Kefir abseihen
Nach 24 Stunden den Kefir ohne Kristalle in die Bügelflasche füllen, bis etwa vier Finger unter den Rand.
- Frucht dazu
Nach Rezept. Je mehr Zucker in der Frucht, desto mehr Kohlensäure und desto kürzer die Zeit.
- Verschließen und warten
12 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur. Im Sommer am unteren Ende, im Winter am oberen.
- Entlüften und kühlen
Nach 24 Stunden vorsichtig öffnen. Zischt es kräftig, ab in den Kühlschrank. Dort täglich kurz entlüften, innerhalb einer Woche trinken.
Der Hinweis, der die Flasche heil lässt: Nie länger als 48 Stunden bei Zimmertemperatur, nie mit Fruchtstücken, die die Öffnung verstopfen, und bei Saftrezepten nach 12 Stunden das erste Mal öffnen. Eine Bügelflasche hält viel aus, aber nicht alles.
Marille
Das Rezept des Juli, wenn die Wachauer Marillen reif sind. Drei reife Marillen entkernen, grob zerdrücken, in die Flasche geben, mit Kefir auffüllen. 24 Stunden. Vor dem Trinken durch ein Sieb gießen. Schmeckt wie ein Marillenkracherl, nur weniger süß. Außerhalb der Saison: zwei getrocknete Marillen, in Streifen geschnitten, 36 Stunden.
Ribisel
Eine Handvoll rote Ribisel, mit der Gabel angedrückt, 24 bis 36 Stunden. Säuerlich, hellrosa, sehr perlend. Schwarze Ribisel ergeben ein dunkles, kräftigeres Getränk, davon reicht eine halbe Handvoll. Wer es süßer mag, gibt einen Teelöffel Zucker dazu.
Hollerblüte
Im Mai und Juni: zwei Dolden Hollerblüten, von Stielen befreit, kurz ausgeschüttelt, nicht gewaschen, in die Flasche, dazu eine Scheibe Zitrone. 24 Stunden. Das Getränk, das am meisten nach Sommer schmeckt. Das ganze Jahr über: zwei Esslöffel Hollerblütensirup statt der Blüten, dann nur 12 bis 18 Stunden, der Sirup bringt viel Zucker mit.
Zwetschke mit Zimt
Für den Herbst. Vier Zwetschken entkernen, vierteln, mit einer kleinen Zimtstange in die Flasche, 36 Stunden. Dunkel, rund, leicht würzig. Passt zur Jause mit einem Stück Brot und Käse.
Steirischer Apfel
Das Rezept für das ganze Jahr. 150 ml naturtrüber Apfelsaft auf 850 ml Kefir, 18 bis 24 Stunden. Sehr perlend, deshalb nach 12 Stunden erstmals öffnen. Mit einem Zweig Rosmarin wird es ein Getränk, das auch Gäste ernst nehmen.
Ingwer und Zitrone
Der Klassiker. Ein daumengroßes Stück Ingwer, in dünne Scheiben geschnitten, der Saft einer halben Zitrone, ein Teelöffel Zucker. 24 bis 36 Stunden. Scharf, frisch, sehr nah an einem Ginger Beer. Für mehr Schärfe den Ingwer reiben statt schneiden.
Minze und Gurke
Für heiße Tage. Vier Scheiben Gurke, ein Zweig Minze, 12 bis 24 Stunden. Kaum Zucker, daher wenig zusätzliche Kohlensäure, dafür ein sehr klares, leichtes Getränk. Eiskalt servieren, mit Eiswürfeln.
Alpenkräuter
Ein Zweig Zitronenmelisse, ein Zweig Thymian, zwei Scheiben Zitrone, ein Teelöffel Honig. 24 Stunden. Ein Kräuterkracherl nach Art der Almen, herb und frisch. Der Honig liefert den Zucker für die Perlen, die Kräuter den Rest.
Alle acht auf einen Blick
| Rezept | Zutat für 1 Liter | Dauer | Jahreszeit |
|---|---|---|---|
| Marille | 3 reife Marillen | 24 h | Juli |
| Ribisel | 1 Handvoll | 24 bis 36 h | Sommer |
| Hollerblüte | 2 Dolden oder 2 EL Sirup | 24 h, mit Sirup 12 bis 18 h | Mai, Juni |
| Zwetschke mit Zimt | 4 Zwetschken, 1 Zimtstange | 36 h | Herbst |
| Apfel | 150 ml Saft | 18 bis 24 h | Ganzjährig |
| Ingwer und Zitrone | 1 Stück Ingwer, ½ Zitrone | 24 bis 36 h | Ganzjährig |
| Minze und Gurke | 4 Scheiben, 1 Zweig | 12 bis 24 h | Sommer |
| Alpenkräuter | Melisse, Thymian, 1 TL Honig | 24 h | Ganzjährig |


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Wasserkefir-Kristalle bestellenFragen zu den Rezepten
Kann ich die Frucht direkt in den ersten Ansatz zu den Kristallen geben?
Besser nicht. Beeren und Saft im ersten Ansatz verändern die Kultur über die Wochen und setzen sich in den Kristallen fest. Feige und Zitrone im ersten Ansatz, alles andere in die Flasche ohne Kristalle.
Warum perlt meine zweite Fermentation nicht?
Zu kalt, zu wenig Zucker in der Frucht, oder die Flasche ist undicht. Ein Teelöffel Zucker dazu, ein wärmerer Platz, 12 Stunden länger. Gurke und Kräuter bringen von sich aus wenig Kohlensäure.
Wie viel Zucker bleibt im fertigen Kracherl?
Nach erster und zweiter Fermentation etwa 1 bis 2 g pro 100 ml, deutlich weniger als in jeder gekauften Limonade. Bei Saftrezepten etwas mehr.
Kann ich Wasserkefir mit Hollersirup aus dem Supermarkt machen?
Ja. Zwei Esslöffel auf einen Liter, nur 12 bis 18 Stunden, weil der Sirup viel Zucker mitbringt. Nach 12 Stunden das erste Mal öffnen.